Vertex

2016

Permanent light installation of luminous stones on the stairway along the historic city wall in Herrenberg/Baden-Wuerttemberg, Germany

Calculations of human perception have shown that if the human eye were a digital camera, it would have a resolution of 576 megapixels. Artists Katharina Heubner, Martina Kändler and Susan Helen Miller have used this figure as a basis for their installation „Vertex“. They have taken the lights of Herrenberg as seen from its historic city wall and turned them into an installation involving 576 analogue pixels. Luminous cobblestones have been set into the path that leads up to the castle ruins. The sun’s rays charge the stones during the day so that they glow when darkness falls. The layout of the stones mirrors the lights of the town below.

Outside Herrenberg’s city walls, which were erected when the town was founded around 1200, a cobbled, stepped path zigs-zags its way up alongside the fortifications to the Schlossberg. A sculpture trail also runs up onto the Schlossberg from the old town. 25 sculptures by contemporary artists commemorate the painter Jerg Ratgeb, who was elected chancellor during the German Peasants‘ War, and visitors can also follow a special trail around Herrenberg with 23 stops to learn about the history of its half-timbered buildings.

 

576 Megapixel eines digitalen Bildes kann das menschliche Auge erfassen, besagen einige der zahlreichen Berechnungen zur visuellen Wahrnehmungsfähigkeit. Diesen Wert nehmen die Künstlerinnen Katharina Heubner, Martina Kändler und Susan Helen Miller als Referenzgröße für ihre Arbeit »Vertex«. Sie transformieren die vom Weg vor der historischen Stadtmauer aus sichtbaren Lichtpunkten der Stadt Herrenberg fragmentarisch in eine Struktur 576 analoger Pixel. Diese werden in Form selbstleuchtender Pflastersteine entlang der Pfade zur Schlossruine gesetzt. Das Sonnenlicht lädt die Steine tagsüber auf, sodass sie das gespeicherte Licht in der Dunkelheit wieder abgeben können. In ihrer Anordnung spiegeln die Steine die städtischen Lichtpunkte.

Das Prinzip des digitalen Bildes, die Addition einzelner Bildpunkte, wird in der Arbeit »Vertex« zum Strukturprinzip der skulpturalen Anordnung. Indem die 576 Bildpixel in der Ebene der Wege ausgebreitet werden, wird der abgebildete städtische Kontext nur noch als loses Gefüge erfassbar. Eingelassen in den Boden werden die 576 Bildpunkte begehbar, die sonst nur im Reich des Digitalen existieren. So überführt »Vertex« die Lichter des Panoramas der Stadt Herrenberg in eine abstrakte Struktur, die dank ihrer fluoreszierenden Materialität in der Nacht sinnlich erfahrbar wird.

Dauerhafte Lichtinstallation selbstleuchtender Pflastersteine auf dem Treppenpfad entlang der historischen Stadtmauer in Herrenberg/Baden Württemberg

Fotos: Martina Kändler und Schwarz Fotodesign